30 Jahre

“Förderverein Rokokokirche St. Stephan Deisenhausen e.V.”

 

 

Start – Fakten – Profil

 


…wie alles begann

Im heute ca. 950 Einwohner zählenden schwäbischen Dorf Deisenhausen bei Krumbach erbaute in den Jahren 1766/67 der damalige Stiftsbaumeister des Klosters Wettenhausen Joseph Dossenberger die Pfarrkirche St. Stephan als seine letzte und wohl reifste im Stile des Rokoko in kongenialem Zusammenwirken mit dem bekannten Freskanten Johann Baptist Enderle und den Stuckateuren Ulrich Brugger und Rebay. Diese Zusammenarbeit führte zu dem herausragenden Ergebnis, das wir in Deisenhausen vorfinden und welches diese Dorfkirche zu einer der bedeutendsten und wertvollsten in Schwaben macht.

Mehrere Restaurierungen in den Jahren 1901/04, 1934/39 und 1954/55 hatten zwar grobe Mängel beseitigt, die Kirche jedoch im Wesentlichen dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst. Insgesamt nahm das wertvolle Bauwerk, bedingt durch Grundwasserabsenkungen und wachsenden Straßenverkehr, erheblichen und dann unübersehbaren Schaden. Im Jahre 1987 musste ein Sicherungsnetz gegen herabfallende Stuck- und Deckenteile eingezogen werden. Im Jahr darauf hatte der Kirchturm sich so stark geneigt, dass der Einsturz bereits berechenbar war.

So galt es ohne Zögern zu handeln.

In Zusammenarbeit mit dem Diözesanbauamt und dem Bayr. Landesamt für Denkmalpflege wurde seitens der Kirchenverwaltung der Pfarrei St. Stephan ein Sanierungskonzept entwickelt. Dieses wies schließlich für die Sanierungsabschnitte Turmsanierung und Innenrestaurierung – zunächst ohne Außenrestaurierung – Gesamtkosten von DM 1,7 Mio. aus. Hiervon war der kleinen Dorfgemeinde ein Eigenanteil von ca. DM 450 000.– zugedacht, der sich zuzüglich der Außenrestaurierung auf schließlich DM 600 000.– erhöhen sollte. Wie sollte die Pfarrgemeinde diese Beträge aufbringen, hatte sie doch in den vorhergehenden 10 Jahren über DM 100 000.– für sich letztlich als nicht zielführend erweisende Maßnahmen zur Stabilisierung des Kirchturmes erbringen müssen?

Um die notwendigen Eigenmittel, ohne die die Gesamtrestaurierung nicht möglich gewesen wäre, zu beschaffen, schienen bis dahin lediglich Haussammlungen als mögliches Mittel zum Zweck geeignet. Schnell wurde jedoch klar, dass solch enorme Summen über diesen Weg nicht aufzubringen waren.

So wurde – zunächst sogar gegen Widerstände – im Januar 1989 von 17 Gemeindemitgliedern der “Förderverein Rokoko-Kirche St. Stephan Deisenhausen” gegründet. Er wurde sodann in das Vereinsregister eingetragen und erhielt sofort die Gemeinnützigkeit.

Zunächst begannen die 17 Gründungsmitglieder, über Hausbesuche weitere Mitglieder zu werben. Bei einem jährlichen Mindestbeitrag von DM 120.– für Erwachsene und DM 12.– für Kinder, Jugendliche und in Ausbildung befindliche Mitglieder wurden innerhalb eines Jahres 156 Mitglieder gewonnen.

 

Fakten

  • Begleitung der Gesamtrestaurierung in den Jahren 1988 bis 1991
  • 2500 Eigenleistungsstunden bei der Gesamtrestaurierung
  • Übernahme des Protektorates durch Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher +2014
  • Herausgabe von Weihnachtskarten in 2 Auflagen
  • Festakt zum 200. Todestag des schwäbischen Freskanten Johann Baptist Enderle zusammen mit dem Heimatverein Krumbach
  • Herausgabe des Kirchenführers
  • Deutsche Uraufführung „Ein Tyroler Requiem“ mit Solisten, Sängern und Musikern des Philharmonischen Orchesters und -Chores München, Studenten der Musikhochschule München, Musikern aus der Gegend und dem Kirchenchor Deisenhausen-Bleichen in der Pfarrkirche St. Stephan
  • Neueindeckung des Kirchendaches
  • Orgelrestaurierung mit Teilneubau
  • Fernnsehsendung über die Rokoko-Kirche St. Stephan in der Reihe „Glockenläuten“, BR3
  • Restaurierung der Sakristei
  • Diverse Inventarrestaurierungen und akute Sofortmaßnahmen
  • Mitwirkung bei einer CD-Produktio für Orgel und Trompete mit Prof. Dr. Federico del Sardo, Professor für Orgel an der Päpstlichen Musikhochschule des Vatikan, Rom und Thomas Seitz, Dozent für Trompete
  • 4 Mitgliederwerbeaktionen
  • Mitarbeit bei 30 Dorf- und Pfarrfesten, deren Erlöse über vier Jahre dem Verein zukamen
  • 16 Konzerte, davon 10 mal „Festlicher Herbst“ in der Pfarrkirche St. Stephan
  • 3 Ausstellungen und 3 Spendenaktionen
  • 4 Beteiligungen bei Kulturwettbewerben
  • 6 Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit
  • 6 Sendebeiträge im Bayerischen Rundfunk
  • Im Jahr 2014 Protektoratsübernahme durch Landrat Hubert Hafner
  • 144 Presseveröffentlichungen
  • 30 Ordentliche Mitgliederversammlungen
  • 72Vorstandssitzungen sowie ungezählte Ortstermine
  • 347 Kirchenführungen
  • Nach dem finanziellen Abschluss der Restaurierungsmaßnahme der Pfarrkirche St. Stephan 1994 senkt der Verein die Mitgliederbeiträge drastisch auf jährlich € 17,50 für Erwachsene und € 3,– für Kinder, Jugendliche und Auszubildende. Damit soll der Fortbestand des Vereines gesichert und ein Grundstock für künftig notwendige Maßnahmen gelegt werden.

Insgesamt zählt der Förderverein heute 158 Mitglieder, welche regelmäßig Mitgliedsbeiträge entrichten, und davon unabhängig gab es bisher 822 Spenden mit folgendem Ergebnis:

€ 153.713,38 an Mitgliedsbeiträgen
€ 156.521,13 an Spenden (822 Einzelspenden)
€ 52.788,60 an Zinserträgen
€ 363.023,11 insgesamt

Bisher wurden € 251 530,73 der Kath. Pfarrkirchenstiftung zur Verfügung gestellt:

177 931,38 Gesamtrestaurierung

€ 6 146,95 Kirchenführer

2 524,32 Restaurierung Reliquiare € 1 280,08 Restaurierung Monstranz

750,00 Fensterreinigung € 3 128,00 Stephanusreliquiar Volksaltar

35 700,00 Orgelsanierung € 3 200,00 Alarmanlage/Herz-Jesu-Gloriole

875,00 Herz-Jesu-Messgewand € 6 000,00 Sakristei und Gemälde

5 400,00 Malerarbeiten Kirchenschiff € 1 600,00 Gemälde

650,00 Restaurierung Messgewand u. Tabernakel

€ 5 000,00 Glocken

€ 1 345,00 Turm/Westseite

Der Aufwand für die Vereinsverwaltung von 1989 bis 2019 konnte auf 0,18% der Einnahmen beschränkt werden. Dies entspricht € 21,76 pro Jahr.

 

Profil

Wir setzen auch künftig auf Weitblick und handeln:

  • Wertebewusst

Wir wissen um den großen Wert der Pfarrkirche St. Stephan für Glaubensleben und Glau-

bensvollzug, um die herausragende künstlerische Bedeutung der 1765 -1767 erbauten, so

wertvollen Dossenberger/Enderle – Kirche und um die Notwendigkeit für Pflege und Erhalt

des großen Erbes unserer vergangenen Generationen.

  • Zielgenau

Einzig der Erhaltung der Rokoko-Kirche St. Stephan dient der Förderverein ideell und

materiell. Weitere Ziele werden nicht verfolgt. Darauf kann man vertrauen.

  • Zunkunftsorientiert

Für das Heute unterstützend sorgen und einen wichtigen Grundstein für unausweichliche

Großmaßnahmen – alle 40-50 Jahre im Rahmen von ca. € 2.0 Mio. nötig – der Kinder,

Enkel und Urenkel legen.

  • Nachhaltig

Mit langem Atem etwas bereiten, was lange guten Bestand hat. Nachhaltigkeit verzichtet

auf „Strohfeuereffekte“ und lässt sich nur mit Qualität erreichen. Zur Erlangung von Nach-

haltigkeit bedarf der Förderverein einer ausgewogenen Alterstruktur in der Mitgliedschaft.

Junge Menschen mit hoher Dynamik, Erwachsene in voller Schaffenskraft und Senioren,

reich an Erfahrung sind gleichrangig wichtig.

  • Verlustfrei

Jedes Mitglied kann absolut sicher sein: Jeder Cent kommt an! Sparsamstes Wirtschaften

hält die Verwaltungskosten auf niedrigstem Niveau. Weder Mitglieder noch Vorstände

erhalten Entschädigungen. Alle Arbeit erfolgt ehrenamtlich.

Der Förderverein freut sich auch nach 30 Jahren über jedes neue Mitglied und jegliche Spende!

 

Kontakt:

Förderverein Rokoko-Kirche St. Stephan Deisenhausen e.V.

Eichenweg 8

86489 Deisenhausen

Stand: 15.01.2019